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streifen abgerissen ein stück lappen
legalisierte willkür raucht schönheit schleier
aber woher immer wieder das wasser
charcoal schwärzliche brühhitze ein
was reinemachen so zwischen fassaden
braucht
WAS anfangen anbelangt, ich fange an, ich fange in Kairo an, ich fange mich in Kairo an, ich fange etwas an mit Kairo, ich fange mit mir Kairo an, wer kann etwas mit Kairo anfangen, ich schnappe etwas von Kairo auf etc. oder anders Sprechen der Vielen, was anfangen anbelangt, ich fange an, ich, langsam, fange in Kairo an, ich fange mich in Kairo an, ich, mich kühlend, fange etwas an mit Kairo, ich fange mit mir Kairo an, ich schnappe etwas von Kairo auf etc. Ich schnappe Kairo auf mit mir fange an, hier zu sein, nein. Oder ein Geschäft gefunden für Tapeten, Ansichtskarten, Kunstdrucke, Flugpostumschläge. Nein, nicht den Übergang übergehen im Dazwischen i wo denn, ja doch, ob damit
Im Lichtkegel einer Laterne sitze ich noch eine lange
Weile vor dem nächtlichen Meer. Draußen, an einer
Grenze, still aus glattem Schwarz, entsteht, springt
zum ungezählten Mal jenes nervöse Weiß. Es nähert
sich, beginnt leise zu plätschern; und verschwindet
kurz vor meinen nackten Füßen im beleuchteten Sand.
Draußen, an einer Grenze, still aus glattem Schwarz
Nennen wir es augenblickliches, erstes Schreiben, erste Sprache der Erinnerung ihre grünen Früchte …
Momentum: das Noch-Nicht-Geronnene als suche, beginne das Schreiben, gerade jetzt eine Form zu finden, oder als dürfe, könne es selbst bleiben, verharren, einen Augenblick in der unendlichen Fülle, in der Brüchigkeit und Flüchtigkeit seines Stoffs: sich fremd in dessen Ungestalt.
Die Zeit kurz nach dem Ereignis, den Zwischenfällen, Begebenheiten, nahe ihrer Wahrnehmung, ihrer Beobachtung. Die Zeit kurz vor der Ablagerung, Verschüttung oder gar ihrem Verschwinden. Die Zeit vielleicht noch vor der Skizze.
Nicht der Stoff im Hinblick auf ein Thema, Motiv. Belanglose Folge. Ohne Absicht, ohne Zweck, ohne Linie sein Eigensinniges und Eigentätiges: sein Zufälliges, Unbändiges, Diffuses.
Nicht der Glaube an die Freiheit (oder gar Unschuld) dieses Augenblicks der Wille zum Unmittelbaren erliegt zuerst dem Zwang. Das Unmittelbare seltsames Begehren, merkwürdig fixe Idee flieht unserem Bewußtsein immer schon voraus in die Unendlichkeit …
Der Glaube aber an die Neugier der Sprache auf die Leichtigkeit der Ordnung, die dunkle Organisation des Erinnerns, die Ästhetik seiner Augenblicklichkeit.
Ich berichte nicht. Ich analysiere nicht. Ich eigne mir nichts an. Ich liefere mich aus … einer unmöglichen Erzählung des Erinnerten. (Ihre Unmöglichkeit ließe sich definieren, über folgenden Ort: eines Schreibens ausschließlich von innen her.)
Vor diesen wenigen Pfählen am Abgrund beginnen. Den wahnwitzigen, den paradoxen Versuch, inmitten eines jungen Erinnerns teilnehmend nachzubilden, wie dort verwandelt geschieht, was geschah. Und daher niemals so geschehen ist. Jede Erinnerung vergeht, bleibt einmalig, im Nu. (Klappentext)
Aus “Gestell und Ungestalt. Fassung erster Hand” von Rainer Hoffmann. Gestell und Ungestalt erscheint im September 09 bei etkbooks.
Zu allem anderen, vorläufig: Ich habe das zur Kenntnis genommen. (Auch lese ich heute nun schon den 3. Artikel in dem die “Chefökonomen” in Anführungszeichen behandelt werden. Die Kultur der Abgewandten nach der Crisis.)
In der NZZ am Sonntag das getAbstract von Manzonis Verlobten. Der Entschluss, solcherlei Extrakte nicht einmal zu überfliegen, um sich nicht an der Entstellung der Texte zu beteiligen. Umständehalber: Der Lektüreverzicht als moralische Handlung des Lesers. (Ihre Sprachbox ist leer. Um eine Nachricht zu verfassen, wählen Sie bitte 75 …)
Und: interessant auch jene Beobachtung beim Söhnchen. Die Nutzung des Hochdeutschen als Spiel- und Fiktionssprache. (Ehrlich gesagt, rochen die Kinder heute etwas streng nach altem Hühnchen, als sie aufwachten.)
Überhaupt, was muss man sich da wieder die Augen reiben. In meiner favorisierten Online-Postille die Provinzprosa der badischen Dichterin Maja Mund. Schrecklich. Kein Wort, darüber.)
Oberpanne, das
So hat man es vor
Jahrzehnten bezeichnet
(An einem Abend, an dem man fortwährend nach Worten gesucht hat. Die Frauen tanzten. Die Männer bildeten einen Kreis. Im Abseits die 2 Boxen und ein Sender. Und ich.)
I Zit. Aus Dürscheid, Einführung in die Schriftlinguistik: Über den gewissen Grad der Körperlichkeit einer Handschrift und die vielfache Entkörperung dieser durch Zwischenschaltung (Entmaterialisierung, Tastatur, Monitor) im modernen Schreibprozess // Die Diskussion darüber, was nun 1. Medium sei, in einer Kette von Medien; Hand, Feder, Tastatur, Screen. Zwischenfilter, die langsam einen Zeichenstrom modifizierten, in verschiedene neue Organ[isati]onen überführen. Am Ende wieder in einen Zeichenstrom. Auf Papier materialisiert. Verkörpert. Nehmen [Neben] wir das Bsp. mit der Schreibmaschine. Oder den Bildpunkten am [an, auf] Bildschirm. Zeichenketten? (In welcher Ordnung, wenn wir diese auf einer Website sehen? Hinzugenommen: Die Navigationsleisten, Werbe[popups], Widgets u.ä. II sagt man dazu gerade). Gehören diese zum Text? Montieren diese sich (ab welcher Ebene) in den Zeichenstrom hinein? Bei letzterem entsteht ein Bild, das nicht vorgibt, kein Bild zu sein. Textbild. Zwitterwesen. Zur Erinnerung: Wir haben es bei Handschriften nie mit Nurtexten zu tun, sondern ebenfalls [.] Zwitterwesen. // Ca. 2004. Sommer. Ich erwarte das Bild von T.B. mit dem Titel “Stein und Geschichte”. Ein 75 x 100 cm grosses Format mit einem haut [kot] farben[…] Hintergrund und einem roten, [geschmeidigen] Viereck in der Mitte. Darunter der Bildtitel, handschriftlich, der einen vormaligen Bildtitel („Geschichte und Stein“) überlagert. Palimpsest. […] und direkt auf die Frage nach der Ursprünglichkeit von Henne oder Ei verweist. Natürlich auch[:] Die Frage nach der Ursprünglichkeit serieller oder synchroner Zeichen. Versteht man […]: Das Bild also in Stein gesetzte Zeit? Und/oder d[ami]t: Den [Der] Text als in Zeit gesetzten Stein? Gewagt, aber ich kann […] hier […] einmal nicht widersprechen … // Ästhetik der Handschrift [resultiert] aus einer Ä. der Ver[zettelung] (Die Signatur des Beschriebenen legt sich nicht über den Inhalt / Die Wiedererkennbarkeit aber über die Oberflächenordnung / Das Schriftbild ist Bild – […] die Abweichung III Formen, Sonnen, handgeschriebenes Fett in Idesheim. Baschin tuschelt kommt noch hinzu. Erst wenn der Teig ausgedacht wird. Und den Tee. Dürstend, Ein Film zu WK 2. Feder, Tastatur, Samen. Bjorn, Jerk und Rif Papier. Unterdosiert, verharrt an Bildschau. Versorgung des Liedguts. Montieren in den Leib. Verwesen. teuer tatterten Noten. Wal. Ur spiegelnd. Heine oder Natalie genagt. Die Später des Beschriebenen, die Oberjuden ade. Das schiff bild die Abweiche.