taberna kritika

Über die Unverständlichkeit (ist016)

I Zit. Aus Hoinkis, Lektüre – Ironie: Ein Jean-Paul-Zitat aus dem Wutz über ein Unvermögen unverständlich zu schreiben und den daraus folgenden Zwang zur Unleserlichkeit // II [Noch] mehr als an das vergnügliche Schulmeisterlein erinnere ich mich an Dr. Katzenbergers Badereise – Ich finde naturgemäss kein Wort, keinen noch so geringen, inhaltlichen Umriss dieses Textes mehr in mir, sondern nur noch ein positives Lektüreerlebnis. (um nicht “Gefühl” zu sagen). Ein[e] Rückahnung eines speziellen Humors, eines Lesegenuss[es] der mich veranlasste, gleich eine Werkausgabe Jean Pauls zu kaufen. […] günstig, eine Lizenzausgabe bei Zweitausendeins. […] prägte und prangte von nun an meine / in meiner Studentenbibliothek, wurde über Jahre am Schnitt grauer und grauer, beim Öffnen jedes einzelnen Buches allerdings – Jungfräulichkeit der Seiten , Lesbarkeit, [Anstachelung], fast Vorwurf – […] – möglich aber, diese abschreckend dicken Bücher, auch nur zu durchblättern. […]keit, jedes einzelne. Der Hesperus, die Flegeljahre, die Briefwechsel. Kein Wunder, griff ich mir in dieser Ausgabe zunächst das Schulmeisterlein und speichere diese Unlesbarkeitsstelle, die der Unverständlichkeit inzwischen einen Glanz, eine Erhabenheit […] , de[…] jetzt beim Schreiben dieser Zeilen, sämtlicher Schreiben von mir (diesbezügl.) rechtfertigte, wenn es nur ordentlich unlesbar war, [rechtschaffen] also. Übergang wurde vom Zeichen zum Bild. Vom Bild zur [Gemütsspur]. Von der auch die Software abliess. // Im kellerappartemen mit F.S. – Fussbodenheizung im Sommer. Gestandene Luft. Ungewaschene Füsse. Eine […] Katze, Magenkrebs, fand immer Zugang in unsere Whg. Alles in allem sehr schäbig. Aber die dort gemachten sexuellen Erfahrungen die Nachhaltigsten. Unlesbare […] der Körper. Gefühl. Schönheit. []keit. III In gelungener Ironie verging Schalmei, bin gern auf der Ebene des Mediums. eifre zu Ullin der schilt, die nicht in wilder wau, leserlich scheu, was auch gut. Freiheit bog Versiebe vor., mehr als bergiger. ich feile nah am bett der Seine. zunächst windlichter. eine Glut belabert alles, wenn es veröde. Skier. Software. Gestaden. Sevilla, hei!

@etkbooks twitterweek (20090919)

wo poeten laut geben … http://bit.ly/4a2QcA #lbn / … und montag ein interview mit DRS2aktuell … #lbn / new blog post: 2007-11-14 erhöhte die Dosis kalten http://bit.ly/yMHZK / RT @volandquist – im Blog: http://bit.ly/p6fJM (expand) und RT @hemartin: Will Authors of the Future Need Publishers? http://bit.ly/MtdtR #lbn / KeinVerlag: RT @etkbooks Unveröffentlichtes von Kafka …. http://bit.ly/qrLEB / Unveröffentlichtes von Kafka …. http://bit.ly/qrLEB / Piestrak-Demirezen, Dorota: Hypermediale Fiktionen. Zu einem Phänomen der Digitalen Literatur (Lang, Peter Frankfurt) #pipeline / new blog post: dort immer nur gewesen. (GuU11) http://bit.ly/aSvNH / “… independent publishers, small press, has so much opportunity in the digital marketplace.” http://trunc.it/1z0dm #lbn / wir sind bis sonntag in köln. freitag sind noch termine frei … / Applaus? “Ab sofort präsentiert der Rotbuch Vlg. u. http://www.rotbuch.de s. ersten eigenen Webauftritt.” http://www.boersenblatt.net/339650/ #lbn / http://www.jungeverlagsmenschen.ch/ , #lbn / new blog post: Ein paar Kernaussagen zum Urheberrecht (notula nova 52) http://bit.ly/rc3Fb / new blog post: Heideggers Hand / Manuscripture (ist015) http://bit.ly/19EfjW / “Das Schlafen ist ganz sicher ein Vorgang des Badens.” http://bit.ly/19Cyio #wörter / http://typolis.net/ #lbn / new blog post: @etkbooks twitterweek (20090912) http://bit.ly/RVPar / KeinVerlag: Wer Literatur mag: Hungrige Augen lesen sich satt auf literarischen Augenweiden, Tweets von@Litblogs_net @etkbooks öffnen die Tore. /

2007-11-14 erhöhte die Dosis kalten

tonlagenschillern ein grosses summen

un aus gerichtet minütlich durchstossen

sie liege zerstreut im stummen sie oder

im chor ich der anrufe claxon klirren oder

anschlag auf metall oder interferiert

textil von gleichzeitig und es ist dazu

der MOMENT ver zerwebtes rufen dass

gott o gott

erhöhte die Dosis kalten Wassers nach jedem Schluck. Vom Teeglas Duft nach Zimt und Ingwer, während der Rauch aus den Wasserpfeifen seine aromatisierende Nebligkeit entfaltet ob ich in einem Ruch stehe? Worauf ich Exzerpte erstelle. Gestern zu weit zu rasch zu langsam spaziert, wie auswählen. Gehen im Chor der Automotoren durchs Nonett der Hupen die Soli der Anrufungen ich warte setzte mich dazu. Schwebetöne des Gereds. Wo die Sätze liegen und sagt eine 7 Jahre Dubai 15 Jahre Kairo 4 Kinder 1 Ehemann aus dem Irak 1 Tochter Ärztin 1 schöne Wohnung in Heliopolis 1 Einladung an mich 1 paar schöne Schuhe mit hohen Absätzen was zählt sie sagt

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dort immer nur gewesen. (GuU11)

Sehr früh aufgestanden. Mit Kopfschmerzen im Ziegengebimmel. Eine Tasse Tee am Küchentisch. Plötzlich fährt eine Hand durch Solanges Einschlupfloch und drückt von unten innen die Klinke. Die Tür geht auf. Susana steht vor mir mit einem Teller “griechischer Krapfen”. Sie erschrickt („er ist schon wach!“), entschuldigt sich, erzählt, sie sei erkältet, und schimpft wie üblich, wie immer, über das Wetter.

Zu vertraut bist du, störende, kaum zu ertragende Figur. Ich drohe dir:  Bald vernehme ich nur mehr deine Stimme, registriere nur mehr deine Anwesenheit …

Spaziergang zu den Klippen hinter dem Hafen. Eine Mulde oben auf dem Plateau. Eine bewachsene Bühne mit Blick hinunter aufs Meer. Eine versenkte Ruine, eine junge Blumenwiese.

Erst das Verlangen, mich wie ein Fohlen auf ihr zu wälzen, mich in ihr zu panieren im gelben Blütenstaub. Im gleichen Moment, beinahe, ein stärkeres, zu bleiben. Hier, in der Ruine, zwischen den Trümmern ihres Fundaments, überwuchert von hohen Gräsern; jetzt, inmitten des Frühlings, die verschwindende Zeit.

Es ist mein Blick, der sie dehnt, die Landschaft endet. Hinter einer Reihe Pinien, an einem kleinen Kap – der erstarrten Zunge hinaus ins Meer.

Wie es sagen, jetzt, noch im Gesumme der Bienen? Andere Augen sogen hungrig das Bild in mich ein, ein Fremdes sprang in mir auf, erkannte es wieder und schwieg, und flüsterte doch: Du bist immer nur dort, dort immer nur gewesen.

Aus “Gestell und Ungestalt. Fassung erster Hand” von Rainer Hoffmann. Gestell und Ungestalt ist soeben bei etkbooks erschienen.

Ein paar Kernaussagen zum Urheberrecht (notula nova 52)

Auf die Frage, warum die notula immer einige Wochen nach der tatsächlichen Niederschrift, einer ersten handschriftlichen Fixierung, hier erscheinen: Man benötigt diesen Minimalabstand, damit sich die einzelnen Aussagen aus ihrem Kontext lösen können. Damit die Kontexte brüchig werden. Damit die Texte offener werden und ein Dialog (ein Polylog) beginnen kann.

Mit anderen Worten: das literarische Weblog ist ein vitalistisches Konzept. Ist ein vitalistisches Werk gegenüber einem Konzept inszenierter Monumentalität, die Text auf – in der Praxis – fremdinszenierte Autorschaft verkürzt.

(Man könnte die vielen Minutenfilmchen natürlich auch unter dem Titel “my daily most boring minute in a year” nennen, o.ä. Die Website müsste dann borestore.com heissen, o.ä.)

Überhaupt: “Im Grunde ist die Ästhetik der Datenbanken die Alternative zu den grossen Erzählungen” (Ernst, Medientheater, 39)

Und, diese Bemerkung zur Asymmetrie / Genealogie von imaginatio: Wenn man 2 Kinder hat und eines ist älter als das andere, kann man sich das eine ohne das andere vorstellen. Das andere aber nicht ohne das eine. (Ist das ein Mangel an Vorstellungskraft?)

Und: das Tagebuch als Grammatik von Aufzeichnung privater Handlungen. (Vielleicht werde ich es doch einmal versuchen …)

Überhaupt: zur Begründung der Verwendung Boolscher Operatoren u.a., dem Mittel zur Beförderung der Erzählbarkeit des Unerzählbaren: “Im frühen Mittelalter (…) sie akzeptiert” (Ernst, Medientheater, 39, nachzutragen)

Todo: eine Collage (jew. 1-2 Sätze) aus allen (vielen) Texten über den sog. “Heidelberger Appell” (Presse-, Manifeste-, Positionen, Heissgenadeltes, Abgeschriebenes, Rumgegröltes, Untergegangenes etc.) bzw. zum Thema Copyright anfertigen. Kernaussagen, Frontalschnitte, Worthülsen. Diese in einen erstaunlich geschmeidigen Fluss bringen. (Vielleicht mit einem Endnotenblock aus Quellen, unverbundenen, ebenfalls fliessenden.) (erl.)

Und das Söhnchen #2, als Sprachanfänger: sieht im Bus eine Fliege, formuliert unüberhörbar, dazu: “tot!” (Wie bespielt man das vor Publikum? Erste pädagogische Selbstzweifel.)