taberna kritika

2007-11-03 Ich stelle mir vor

vor ein voreiliges vor rücken prescht

römischer ferragosto ein ge fingert

schleierter zweig zeigt indigo badtuch blaues

bad wasser es gibt schleiermoden sagt

sie sie habe mein ägyptisches handy be

trieben

Ich stelle mir vor, in Kairo meinen Tagesablauf daraufhin anzupassen, wie schwierig es für mich sein wird, abends und in die Nacht hinein allein in der Stadt unterwegs zu sein, auszugehen, nachts, allein, nachts, allein, zurückzukehren ins Haus. So will ich darauf achten, am Tag hinauszugehen, am Abend jedoch und in die Nacht hinein zu schreiben, am Schreiben zu arbeiten, die täglichen Notate heraus zu schreiben, ein zu arbeiten, nächtlich, an Nacht herum zu spielen Nachtaspekte von Sommer oder so November Kairo, daran mich zu vergnügen, damit mich zu langweilen, wenn zu schreiben, von einer Stunde zur andern dabei zu kommen. Wenn Text, dann NICHT wissen

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Jahrestag / Jubiläum “Bibliotheca Caelestis. TiddlyWikiRoman.”

Seit 1 Jahr in Ihrem Dienst: “Bibliotheca Caelestis. TiddlyWikiRoman.” von Hartmut Abendschein.

Eingang: http://bc.etkbooks.com/opac

Stimmen:

“Daran führt kein Weg vorbei.” Alban Nikolai Herbst

“Ein spannendes Experiment” netbib weblog

“Amazing TiddlyWikiFiction. I wish I could understand it” Jeremy Ruston, Osmosoft

“sehr hübsche Übergangseffekte” netzwertig.com

“Texte, die man sich wie einen Dschungel erarbeiten muss.” Ein Gespräch mit Andreas Louis Seyerlein

mehr: http://www.etkbooks.com/bc.php

Sie erreichen die Installation und erhalten Ihr cc-lizenziertes Hausexemplar des Titels über den Verlagsserver http://bc.etkbooks.com/

bzw. eine weitere Downloadmöglichkeit über die Deutsche Nationalbibliothek

http://d-nb.info/989593150

Klappentext:

Der Schriftsteller Benedikt arbeitet an seinem Zweitling. Trotz der Bedenken seines Agenten Röhrling, lässt er sich nicht davon abbringen, als Ort und Gegenstand seiner Skriptur eine Bibliothek auszuwählen. Die scheinbare Anna, eine dort Angestellte in unbestimmter Funktion, mischt sich in sein Unternehmen ein. Es beginnt eine Textreise, bei der sich am Ende sämtliche Gewissheiten in Luft auflösen.



bücher vernetzen –

edition taberna kritika:

http://www.etkbooks.com

[rohrpost]

Bobby Vacant & The Weary: Tear back the night

Immer, wenn der Dichter Tom Derungs vor seiner klapprigen Holzbaracke in seinem löchrigen, grünen Klappsofa irgendwo draussen an einem Waldrand in Indiana oder der Agglomeration Bern liegt, und es dämmert und das Fernlicht der Scheinwerfer einer nahegelegenen Landstrasse von dunklen Baumstämmen gebrochen wird, passiert etwas Unerhörtes.

Derungs Körper wird – wie von einer fremden Macht – geschüttelt und in ein anderes Wesen gemorpht und – als wäre dem nicht genug – es wachsen saitenbespannte Instrumente und Aufzeichnungsapparate aus dem schon nachtfeuchten Vorgärtchen.

Bobby Vacant, das alter ego Derungs, hat dann das Konzept übernommen, macht sich an der Textkunst Derungs zu schaffen und übersetzt diese in einen nostalgischen und doch frischen Sound all dessen, was sich idealerweise aus den Zutaten antifolkiger, countrybluesiger, indiegitarriger und – textlich – existentialistischer Schreibweisen verschmelzen lässt.

In “Don’t love me anymore” beispielsweise hören wir Referenzen auf gängige Joy-Division-Grundierungen heraus und Zeilen wie “my heart is black and torn”, was vielleicht als etwas pathetische Konstellation anmuten könnte, wäre da nicht Bobby Vacants selbstbewusste, baritonale Zerbrechlichkeit, die die oft dunklen Arrangements mit gehöriger Authentizität ausstatten.

Dylon, Pound, Camus …  das sind die Namen, die als Bezugsgrössen erkennbar werden, und in dieser Tradition werden Vacants Songs mit Stimmungen versorgt, sodass uns unweigerlich eine Vetternschaft mit Werken von Hansonis oder – on the other hand – the Johnsons Anthony (nach einer durchzechten Nacht, freilich) in den Sinn kommen mag.

Sind solche feinen Gebilde denn entstanden, werden sie, wenn schön abgespeichert und der Morgen graut, flugs zu George Reisch (Luxotone Rec., Chicago) geschickt, der diese als “The Weary” mit weiteren Instrumentenspuren anreichert und abmischt, sodass am Ende und als Ergebnis Bobby Vacant & the Weary mit ihrem jüngsten Tonträger Tear back the night zu Buche schlagen.

Bobby Vacant aka Tom Derungs bleibt aber dennoch auch dem gesprochenen und geschriebenen Wort treu. Zusammen mit der Lyrikerin Anne Blonstein bestritt und bestreitet er als poetisch-akustisches Duo Veranstaltungen in diversen Buchhandlungen und anderen Lokalitäten des Landes. Wir freuen uns zudem auf Vacant als Beiträger der diesjährigen Jubiläums-werkschau #5 … Mehr dazu folgt in Kürze.

Tear back the nigth von Bobby Vacant & the Weary gibt es seit April über Bobby Vacant direkt bzw. Luxotone Records via Cdbaby.com sowie iTunes music store zu beziehen.

Ein Leserbriefdenker (notula nova 41)

Dagegen spricht die Eindringlichkeit der Beweisführung, dass Ich nicht Herr im eigenen Haus sei, durch den Morgen. (Man hat über Nacht Distanz gewonnen. Man kann sich beim Kaffeekochen beobachten. Jeder Handgriff ist der eines anderen. Jeder Gedanke wird nicht vollständig gedacht.)

Er lässt die Zeitung sinken und notiert. Zur Rezeption und damit Produktion eines Preisträgers eines österreichischen Komikerpreises in Schweizer Medien: ging die Rede von den Wortkaskaden und arbeitete hierfür eigens hart an der Aufwertung von Beinahegattungen wie der des Poetryslams, die einem obsoleten Text allerdings nur den Moment der Inszenierung hinzufügen ohne aber irgendetwas zum Text bemerken zu können. Das in dieser Betriebssparte langsam erfolgreiche Eventsupplement erhebt, wie in anderen Medien auch, einmal mehr Form über Inhalt, woran sich rezipierende Medien allmählich angleichen. Andernorts verschiebt sich Pro7-Abendunterhaltung vom Wort zum Begriff und folgerichtig unterlegt sich auch dort alles mit einem Rauschen, dem nichts mehr hinzugefügt werden kann. Gefeiert ist das zu Feiernde im Selbstzweck des Fests, zu dem man weiträumig eingeladen wird. Die Gratisbillette werden auf den Strassen verteilt. Man gibt Damenwahl. Die Wortkaskaden allerdings wurden unbehandelt den Gratisblättern entnommen, die schon früh an jedem Morgen durch die Gassen wehen, schreibt er.

(Und moniert danach leise eine weitere Fehlerquelle im Idealsystem. Die Entdeckung des lyrischen Ichs (auch: seine, oft retrospektive Anwandlung) impliziert doch notwendigerweise ein lyrisches Nicht-Ich. Sicher handelt es sich dabei um ein immer unterstelltes Text- und Welterkenntnisprogramm, das aber – ich bitte sie!, empirisch – die meisten Ichtexte nur positiv möbliert. Wie kann also lyrisches Ich und lyrisches Nicht-Ich in einem Gedicht getrennt aufbewahrt werden (bei aller Hochachtung vor dessen Erzeuger). Das (vorhanden oder eben nicht) lyrische Nicht-Ich muss der Schlüssel bei solch einer Setzung sein. Das lyrische Nicht-Ich ist im Moment seiner Lektüre zwangsläufig unlesbar. Möglicherweise wird es lesbar (gemacht), dann wäre es aber kein lyrisches Nicht-Ich mehr. Folgt: Das lyrische Ich und das lyrische Nicht-Ich und das Ich und der ganze Rest im Text sind nicht objektivierbare Materialien oder Positionen, sondern abhängig von der Verfasstheit seines Lesers, jeder einzelnen Leserin. Das lyrische Ich muss also ein Gerücht sein. Das lyrische Ich gibt es und gibt es nicht und ist als solches gar nicht begreifbar. Als Distanzargument hat es jedenfalls ausgedient, liebe Leser. Lassen Sie sich nichts anderes von anderen erzählen.)

Sie verstehen nun, warum er keine Gedichte mehr schreibt oder doch das, was er schreibt, niemals nicht so nennen würde. Wir warten auf Ihre Antwort.

2007-11-02 Es ist Freitag und

hinter draht gitter 1 kofferberg

hühner blumen habe nicht orient

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Es ist Freitag und Tageszeit des Freitagsgebets der Lautsprecher. Jener, der das Gebet in die Wohnungen hier um mich herum und in die meine werfen soll, ist kaputt und “karchelt”, d.h. röchelt. Ein anderer schiebt eine Stimme von fern und doch klar darüber. Aufheult der Naheliegende Rückkoppelungen des heiligen Texts, und hinein. Der Ruf des Altwarensammlers eine schöne Unregelmässigkeit unregelmässig. Kürzestlinie auf-, nein absteigend, stell Dir ein lautes Komma vor. Und nun bekomme ich die Predigt frei Haus. Erahne Wörter wie “zwei”, “alle”, “rundherum”, “mit”, dann einige langgezogene “nein”, “und”, höre

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