taberna kritika

Ein anderes Gästezimmer …

Ein anderes Gästezimmer : 1 (ein Gast)

Wie soll’s weiter gehen?

Es war kalt, was könnte sie dazu sagen, ein Kuss jagte den andern, entbehrend der Symmetrien Namen Sommervögel Schmetterlinge, aber Falter gemurmelt in seine Hand hinein gelegt ein Wort Motten oder das Farbige, das Allmähliche beim Auffalten der Flügel, die Wohnung kalt, unbenutzt, besser: unbewohnt, es werden Tätigkeiten ausgeübt worden sein, des Zusammenfügens und Verschiebens, im Vorzimmer Schar der Falter, entdeckt ein plötzliches Dort, wo Decke und Wände sich zum Eck fügen dort als wattige Polster. Von Überwintern still, sie so, es sind Falter, oder bloss weilen tagüber ein Anheften ins Starre da, sich festhaltend mit Krallen am Putz. Nachtschwarze Falter, so etwas noch nie gesehen, murmelte sie, mehrere, in grosser Zahl, viele, über vierzig Falter in ihrer eigenen Art Motten nachtblau eher stellt sich das Bild ein als wenn sie nachtschwarz hört, zufallendes Blau, zu ihr gestrotzt ein blaues heftiges Dunkel, oder auch Anklänge an Nebeltönungen, fast ein Rot, über den Häusern eine Möglichkeit von Rot, vermutet, wenn sie ausfliegen, ein Rot entfaltend, wie kann sie es wissen, allmähliches aus dem Dunkel ein Rot, kleide den Himmel mit flügliger Decke. Ja, doch da war doch etwas, ein Konstruktionsdetail möglicherweise, eine schiefhängende Befestigungs- oder eine Art Aufhängevorrichtung, eine Unregelmässigkeit des Verputzes. (16/18. Aus DlniS, Kap.6)

kurōzetto

rauhfaserreste

noch frei das zimmer unten

tapetenwechsel

wohin die uhr wohin

der schrank mit seinen sachen

Ich, Wetterich (notula nova 33)

Buch 4: Hallo, hier sind wir wieder! (Verbesserungen einführen. Treffermengen erhöhen. Boolsche Operatoren erweitern. Und. Oder. Nicht. Usw.)

Und: Das Kinderzimmer – Ort entropischer Simulation.

Und: ein paar Balkonnamen (v.l.n.r. & v.o.n.u.): Der Kletterer, Der Nachtwächter, Modell Haiti, Der Schweisslüfter, Zwergenheim, Welt der Gewürze, Napoleon, Alcatraz, Gassigasse, Summer of 69, fortzusetzen … (Veranda in front: Bambusialand)

Zu einem Leserbrief, in eigener Sache: Soll das eine Klage sein? (Nein. Es ist das genaue Gegenteil. Vielleicht ist es nicht einmal das. Achten Sie auch auf die kalkulierte Zufälligkeit der Form.)

Der gute Rat: Vorsicht mit lauter Kritik! Kritische Betätigung kann zu einer verpflichteten Teilnahme an einer Arbeitsgruppe führen. Kritische Energie wird dann dort im Diskurs der Sackgasse zerrieben. Schreiben Sie lieber …

Und: Mein Umweltkörper: Leibseele als narratives Element in einem komplexen, klimatischen System begreifen. Wetterdaten. Wetterichfiguren. Meteoromaneske Prosa. (Warum wird das vorletzte Wort nicht nervös unterstrichen? Wird meine Software toleranter? Oder werde ich …?)

Oder, um auf eine andere Leserfrage zu antworten: “Schreibweise der Abweichung” meint auch: einen Text, bei dem sich der Leser aktiv den Zugang dazu erarbeiten muss. Ein Text, der fast zwingend eine Mitarbeit benötigt. Etwas, das nicht oder kaum eine konsumfertige Oberfläche bereitstellt.

Überhaupt: kann man nicht einfach Arschloch sagen. Oder Depp. Oder Idiot. Man muss sich eine eigene Sprache der Abwertung hart erarbeiten. 

An dieser bestimmten Stelle …

An dieser bestimmten Stelle. Dort, wo das Wasser das Ufer unterläuft von westwärts nach nordhin wechselt, das Ufer eine unterspülte Kante sihlbruggseits. Das also wäre nun die Sihl. Tropische Schönheit des Flussbewuchses. Tagelang dort stehen. Der Forelle geht es gut. Expliziert in seiner heutigen Schaumblase stapelbar kein Einblick, er jedoch Ausblick. Georges Perec wie auch ich, wie mein wasserseitiger Ko-Isolant, alles und weiterhin, sind Umzugstiere von A nach B von Z nach Sihlbrugg nach Cremona nach Z zurück dem Strip entlang von S nach Baar und wenn wir sind wie sie sind, dann weil wir die Erinnerung an einen andern Raum mitbringen in dem wir ehemals waren. (15/18. Aus DlniS, Kap.6)