
taberna kritika
sunō
ein tiefer eindruck
im wald der wörter für schnee
verliert sich die spur
bäume heissen hier buchen
das wasser in einer hand
Zur Trennkost (notula nova 17)
Die Beschäftigung mit eigener Schrift (eigener “manuscripture“) als Element des Schreibimpulses. Ist diese Haltung camp? Ironische Affirmation einer gewissen Kitschigkeit (der Entblösung einer anderen Entblösung)? Oder sehr ernst gemeint? Es ist wahrscheinlich erst am Ende des Serials (Ichschrift) zu beurteilen. Es ist sowieso nur von anderen zu beurteilen.
(Man findet hier kein Leben. Nur lebenserhaltende Massnahmen. S.a. die Balkonbepflanzung in der Nachbarschaft. Kein braunes Blatt. Selbst die Geranien bestaunen sich gegenseitig auf Augenhöhe. Dabei beginnt der Herbst.)
Vitalität als Kontrastprogramm. (Und: im Medienzeitalter gibt es nur noch Wirkungsgeschichten. Dagegen Romantik. Machen wir mal Romantik? Wer macht jetzt mit wem Romantik?)
Folglich: Entweder ist das meiste nun Poesie. Oder eben nicht. Dazwischen gibt es kaum etwas. (All die verpassten Räusche. All das nicht aufgedrängte Vokabular …)
Was hat das Schreiben mit dem Essen zu tun? Joubert hatte eine Vorliebe für das Fragment. Jeden Augenblick änderte Joubert seine Diät und seine Lebensweise. Einen Tag lebte er nur von Milch, am anderen Tag nur von Hackfleisch. (Chateaubriand). Poetik der Trennkost, undsoweiter.
Über das Gemüt III (is021b)

Restanzen (notula nova 16)
Einkaufszettel / Bioladen
– Falafel
– Grüner Salat
– Würstchen
– Bier
Und der Tippfehler in einer Bibliographie: Salat der Zerstörung. (Heute hat er sich sehr über Gustavs Traum geärgert. Über die Textur. Über den formalen und stilistischen Eskapismus, wie er sagte. Jugendliche Restauration. Die meisten Feuilletons haben das schon richtig analysiert.)
Houston, wir haben ein Verdauungsproblem! (Vgl. auch zur Dromoskopie: Virilio). Ähnlich: Objektpermanenz ungleich Subjektpermanenz (Analog Realität/Fiktion)
Die Ruhe liegt zwischen den vier weißen und den vier schwarzen Formen; das ist ihre normale Neigung. Es ist wichtig, sie vor den anderen zu äußern, ohne sich überhaupt um die Äußerung der anderen zu sorgen. Sie ist das wichtigste Gefühl. (John Cage, Für die Vögel … Formen = Formen des Gefühls)
Kein Wort spreche ich mit der Welt, bevor ich nicht eingestempelt bin. (Fühle mich heute etwas ungedehnt. Der Nachbar mit einem Artikeltipp aus der Annabelle. Über das Adidas-Syndrom. Der Artikel konnte nicht gefunden werden.)
Ein anderer Kollege führt mich durch seine Restanzensammlung. Diese, anschwellend, wie er sagt, weil ihn der zunehmende Mailverkehr immer mehr konsumiert. (Wir sprechen auch über die Ampelphasen der Stadt. Und einen 3-jährigen mit komplexem Minenspiel.)
Nachtrag Hör mit Schmerzen: In einem Antiquariatsschaufenster, freistehend: Allgemeines deutsches Kommersbuch. (Front- und Backcover mit jew. 4 spitzen Nieten an den Ecken.)