
taberna kritika
J. S. Felder (1925-1991)
Jerome Solon Felder: Lungenkrebs. Zusammen mit seinem kongenialen Songwritingpartner und Pianisten Mort Shuman bildete Doc Pomus in den späten Fifties und frühen Sixties eine veritable Hitfabrik und schrieb für damalige Stars wie Elvis Presley, Bobby Darin, Dion and the Belmonts, The Searchers, The Drifters oder Ray Charles. “Now my room has got two windows but the sunshine never comes thru/You know it’s always dark and dreary since I broke off, baby, with You!/I live on a lonely avenue/My little girl wouldn’t say, “I do“/Well, I feel so sad and blue/And it’s all because of you/I could cry, I could cry, i could cry,/I could die, I could die, I could die,/Because I live on a lonely avenue, lonely avenue/(Now my) covers they feel like lead and my pillow it feels like Stone,/Well, I’ve tossed and turned so ev’ry night/I’m not used to being alone! (…)”
RAY CHARLES, Lonely Avenue;
SONIC BOOM, Lonely Avenue
Verlauf I (is001)

Ch. Parker (1920-1955)
Charlie Parker: Überdosis. Aufgefunden im New Yorker Hotel Stanhope in der Suite der Baroness Pannonica de Koenigswarter, einer Gönnerin schwarzer Jazzmusiker. “(…) Es genügte ein Blick auf die Zimmertür und ich wußte, daß Johnny sich in der größten Misere befand; das Fenster geht auf einen fast schwarzen Hinterhof, und schon um ein Uhr mittags muß man Licht anmachen, wenn man Zeitung lesen oder sich im Spiegel betrachten will. Obgleich es nicht kalt war, fand ich Johnny in eine Wolldecke eingewickelt, in einen schäbigen Sessel gezwängt, aus dem überall gelbliche Wergwolle herausquoll. Dédée ist gealtert, und das rote Kleid steht ihr gar nicht gut; es ist ein Kleid für die Arbeit, für die Bühnenbeleuchtung; in diesem Hotelzimmer hatte es die widerliche Farbe von geronnenem Blut. “Kamerad Bruno ist so treu wie schlechter Mundgeruch”, sagte Johnny als Begrüßung und zog die Knie hoch, um sein Kinn darauf zu stützen. Dédee schob mir einen Stuhl hin und ich holte ein Päckchen Gauloises aus der Tasche. Ich hatte ein Fläschchen Rum mitgebracht, doch ich wollte es nicht zeigen, bevor ich mir von dem, was hier los war, ein Bild gemacht hatte (…).” (Julio Cortazar, “Der Verfolger” 1958, einer kurzen Erzählung, welche die letzten Monate vor dem Tod Parkers fiktionalisiert und sich dabei eng an den biografischen Details orientiert)
FACTUMS, Take Drugs (Siltbreeze);
THE INK SPOTS, That Cat Is High;
THE TRASHMEN, Surfin’Bird
Bibliotheca Caelestis & Die Ichschrift (Kleine Zwischenbilanz)
Nachdem nun die einzelnen Elemente der Bibliotheca Caelestis in diesem Weblog entwickelt wurden und besichtigt werden konnten, ist dieses Projekt, der 2. Teil der Trilogie Recherchen I-III (nach Teil I: Dranmor) in eine erste Phase der Überarbeitung getreten.
Drei Stränge (Anna, Die Briefe, Wie sie vielleicht wissen) habe ich aus der taberna kritika entfernt. Sie werden in überarbeiteter Form in der Vollversion und in neuer Umgebung auf einer eigenen Seite auftauchen. Mehr dazu wird allerdings noch nicht verraten.
Die Texte werden erst von mir und dann einem Lektor gelesen und korrigiert werden. Danach möchte ich eine Demoversion des Projekts vorstellen. Ich hoffe, es ist bis dahin zu einer präsentablen Form fortgeschritten.
Natürlich werde ich mich in den kommenden Monaten nicht nur um jene Korrekturen kümmern. Nur Text zu bearbeiten, ist mir erfahrungsgemäss etwas zu eintönig. Gleichzeitig beginne ich also den letzten Teil der Trilogie mit dem Titel Die Ichschrift.
Es wird ein weiteres, ja, noch weiter getriebenes formales und inhaltliches Experiment werden, das sich wie schon die anderen Teile um denselben Kern (mit einem allerdings variierten, archivpoetischen Ansatz) drehen wird: Die Reflexion des Selbst und seiner (Hand-)Schrift, die Ästhetik des (hand-)geschriebenen Textes mit teilweise biographischen Versatzstücken, werden hier Zentrum der Skriptur werden.
Folgend werden also zwei Vorsatzblätter bereitgestellt, danach eine Serie aus Handschriftenmontagen und zugehörigen Schrifterkennungen (OCR) eingestellt werden. Ich experimentiere noch etwas mit der Form, hoffe aber, dass nach einigen Passagen die Stossrichtung der Arbeit langsam sichtbar wird. Dazu bald mehr …