dichten wollen
aber die verhältnisse
sind in prosa
nichts schwebendes
(Elfriede Gerstl, mein papierener garten. S.18, 2006)
|::| das sieb |::| kürzeste lyrik novitäten
dichten wollen
aber die verhältnisse
sind in prosa
nichts schwebendes
(Elfriede Gerstl, mein papierener garten. S.18, 2006)
|::| das sieb |::| kürzeste lyrik novitäten
Der Keller, die Abstellkammer, das Dachzimmer. Schachteln in der ureigentlichsten Bedeutung. Dort liegen die Dinge, aber nicht aufeinander, sondern hängen an den Wänden. An den Zimmerwänden, Schrankwänden, Schrägen. An den Rändern des Raums.
da liegt etwas in einer dose in einer schachtel in einem karton in einem koffer in einer truhe im keller eines puppenhauses. babuschka heisst es. und es ruft dich beim namen. eine vielschichtige, eine verzwiebelte situation. dir kommen die tränen.
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dieses kleine feature habe ich nun auch für litblogs.net eingerichtet …
I. Schlechtes Beispiel
Sinnlose Nashornexistenz!
Es wird geboren, frisst, dann pennt’s,
dann frisst es, pennt und pennt und frisst,
solang bis es verstorben ist.
Was andres hat es nie geschafft.
Das Nashorn – wenig beispielhaft.
II. Geschichten aus dem Wienerwald
Das sind die wirklich kühnen Hühner,
die mutig sich auf Spieße stecken.
Und tapfer – ohne Angst und Schrecken –
sich unter Höllenhitze grillen,
um ihren Heldenmut zu stillen.
Doch nicht nur mutig, sondern dumm:
Die meisten kommen dabei um.
III. Über die Schönheit
Ist der Pfau auch noch so schön,
ist sein Outfit noch so flott,
ist er auch noch so bunt beschichtet
– auch er wird irgendwann da stehn
vor dem Schöpfer, seinem Gott,
und dann gnadenlos gerichtet!
alles kürzen. alles umstellen. alles verwerfen. alles grosszügig streichen. auch die zwischenschritte. ein paar bilder, die unzertrennlichen, behalten. (etwas bleibt immer: ein partizip, bspw.). die reste verhökern. unmotiviert weiter: nach scharnieren suchen, am boden zwischen stumpfen splittern. in glasformen. die anderen suchen lassen. so tun, als wäre es gar nicht
dein aufschub
in kurzen hosen sitzt
in tiefer abstraktion
in langmut später
aufschub ist dein name nicht
lässt dich nicht fahren in
geschlossnen räumen und nicht
im ichverbot vielleicht
einmal in einem lift
mit dir allein
freut sich dagegen an der
feuchten haut sehr kleinen seins
in grossen gruppen
trinkend – literweise buch und
beispielsweise bühnenwörter
saufend fressen
dick ist der der dick sich denkt
verkündend grappa schlürfend oder
schmeiss die alte katze raus
die hat hier keinen platz
im chor
am lederjackenabend im
programmkino den kinoschirm
sich fest ans bein gedrückt
wenns regnet
bleibt doch alles trocken und
das ewige hingegen
deiner wörter stumm
bleibt deine sprachbox sauber
verkrusten tage
rasten an der oberfläche
bleibt wenig übrig nach
der reinigung des teppichs deiner
schaufabrik von wunden sätzen hinten
zwischen faulem zahn und mund
und später stund