taberna kritika

Das Imaginäre

(M36)

„Das Imaginäre konstituiert sich nicht mehr im Gegensatz zum Realen […] es dehnt sich von Buch zu Buch zwischen den Schriftzeichen aus, im Spielraum des Nocheinmal-Gesagten und der Kommentare; es entsteht und bildet sich heraus im Zwischenraum der Texte. Es ist ein Bibliotheksphänomen.”

Michel Foucault, Die Phantasmen der Bibliothek, in: Michel Foucault, Botschaften der Macht. Der Foucault-Reader Diskurs und Medien, hrsg. von Jan Engelmann, Stuttgart 1999, S. 85-91, hier: S. 87

Sariette schreibt beinahe ein Gedicht und verliert es nicht.

(B03 zu M03)

Nennt es: Halbe Miete. Träufelt die Ordensritter vom Trüffel hinein. Streicht die Trüffel wieder. Kurz danach die Ordensritter. Beginnt noch einmal neu mit panforte marguerita. Was bedeutete es gleich? Steht da noch etwas in seinem Heftchen? Bar jeder Bedeutung. Hoffnung, dass es phonetisch taugte: „Abwarten“, sagen. Dann weiter: Über zwei Arten zu gehen, sollen die nächsten Zentimeterchen sein. Fussnote: Das eigene Gehen und das der anderen. Denn selbst geht man nie. Sariette muss lachen über diese geniale Destruktion. Den Ortswechsel. Fügt hinzu: Zukunftsangst im Spargelwasser. Oder war es: und. Das würde sich später glätten. Ähnlich wie die Sorgen des kleinen Darwin. Sein leichter Flaum von Nordnordost. Wird aufgefangen. Hineingeklebt. Halbe halbe Miete. Und ein Wortdreher: letztwann / alle irgendlich. Mal schaun, ob noch zu gebrauchen. Und nun: der wichtigste Satz: Ich schaue bei meiner eigenen Geistesvernichtung zu. Bin, ehrlich betroffen, mein eigener Gast. Das waren zwei, den letzten muss man streichen. Feststellen: Wieder über den Rand gemalt zu haben. Nicht als schlimm empfinden, schreibt man über: das Malen jenseits der Ränder. Bringt man noch etwas Lokalcouleur hinein. Und etwas Tagesschau, zitiert man eben: Ambrosia. Und klatscht und staunt und freut sich über nationale Ausreisstage. Allergikertage. Tage eben. Dann folgt kein Punkt und fertig ist die Chose fürs Erste. Und wartet und wartet und wartet und wartet und wartet und wartet als Rohbau bis sich Sariette wieder geneigt fühlen wird, zu dichten. Das ist er nämlich in Teilzeit: ein Rohbaudichter. Naturgemäss: Mit der berufsfälligen Angst vor dem letzten Anstrich. Und legt es zu den anderen. Das Zettelchen mit den vielen Zahlen auf der Rückseite. Die Gedichtbaustelle. In ein Buch. Das nicht ihm gehört. Dem es egal sein wird. Es wird nicht gefunden werden. Ausser von ihm. Vielleicht. Der es jetzt noch einmal herzen muss.

Papier / Körper / Metapher

(M35)

Jede Macht, inklusive die des Rechts, zeichnet sich zunächst auf dem Rücken ihrer Untertanen ab. Das Wissen macht es genauso. So schreibt sich die abendländische ethnologische Wissenschaft in den Raum ein, den ihr der Körper der Anderen liefert. Man kann also sagen, daß Pergament und Papier an die Stelle unserer Haut getreten sind und daß sie die Haut in glücklichen Phasen ersetzt haben, um sie herum ein schützendes Vorfeld bilden. Die Bücher sind nur Metaphern für den Körper. Aber in Krisenzeiten ist das Papier für das Gesetz nicht mehr ausreichend, so daß dieses sich erneut auf dem Körper abzeichnet.

In: Certeau, Michel de. – Kunst des Handelns / Michel de Certeau ; aus dem Franz. übers. von Ronald Voullié. – Berlin[-West] : Merve Verlag, 1988. S.254f.

Wolfmaschinen

„Wolfmaschinen haben die Aufgabe, Fleischrohstoffe fur die Wurstproduktion und fur Hackfleischprodukte durch kontinuierliche Zerkleinerung mit verschiedensten Schneidsatzkombinationen in ganz konkrete Produktkornungen zu zerkleinern. Das Arbeitsprinzip ist in den letzten Jahren standig besser und wissenschaftlich durchdrungen worden, so dass heute mit der Fullwilftechnik die Kombination Fullmaschine ind Wolf bis zur Fertigproduktherstellung eingesetzt wird.“