taberna kritika

6.2

im keller // die fussnägel schneidend gebückt / fällt ins feld trüber sicht eine / flasche zur linken die ist schnell / entkorkt und der inhalt durchs / sieb in das glas in / den mund in den / hals in den magen geschmacklos / beim ersten und zweiten versuch bringt der / dritte die wende zur rechten die andere flasche des / roten im schatten des anderen fusses mit / dunkleren längeren nägeln wird darauf / entkorkt und genossen auf dich sage / ich meine mich und auch dieser durchs / glas in den mund in / den hals in den magen geschmacklos / erst nach einer weile wird / klar diese beiden bestehen nur neben / einander im wechsel ergänzen sich in / der struktur und der farbe im keller beim / schein matter kerzen im / hintergrund füsse und nägel die / halbwegs passabel daneben zum haufen / getürmt noch ein glas auf die / deinen auf dich und auf / dich und auf dich //

3. Schachtel (Schlussszenen)

Ich sprach von der künstlichen Haut der Dinge. (Verschiedener Dinge, zumeist Wörter, die zusammenverpackt wurden und auf die kein rechter Begriff, ein Sammelbegriff, mehr passen will). Will aber auch auf die logistischen Vorteile hinweisen, keine logistischen Vorteile, aber Vorteile für Logistiker. Die Verschnürbarkeit und Versendbarkeit. Die Verkleb- und Adressierbarkeit. Die Stapelbarkeit, von der ich jetzt schon denke, dass man darauf noch oft zurückkommen wird. Die Faltbarkeit, natürlich, also auch die Möglichkeit einer zweidimensionalen Darstellung.

in “dranmor” natürlich. man begehe nur die keller, dachstuben und arbeitszimmer. in den träumen meiner frau. immer wieder. ein fast ständiges motiv – oder ein ort? überhaupt: die orte. man muss sich nur etwas umschauen, schon steht da etwas, das unbedingt geöffnet werden möchte. und gleich daneben: etwas, das unter gar keinen umständen entdeckt werden will.

die büchse in der büchse der pandora

irgendwann ist genug

denn man hat sie

ja alle gesehen

sagst du irgendwann

irgendwann sage ich

mir ists heut so urban und

ich weiss noch etwas was

du auch nicht weisst

irgendwann sage ich will

man dir von den jahren

als tiger berichten doch bis

dahin sind alle gefressen