taberna kritika

WordPressure

Wie bereits Kleist in “Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden” festgestellt hat, ist das einzige verlässliche Mittel zum Niederschreiben eines wichtigen Gedankens Zeitdruck. WordPressure ist als Verfertigungs-Tool in MS Word integrierbar und erzeugt einen stetigen Anschlussdruck, der den Schreibenden zwingt, seine Hemmung zu überwinden und einen Satz nach dem anderen einzutippen. Wurde nach einer bestimmten, einstellbaren Zeitspanne (30 sec., 1 min., 3 min. etc.) kein neuer Satz geschrieben, löscht WordPressure automatisch und unwiederbringlich den vorherigen Satz. Dieser Vorgang wiederholt sich jedesmal, wenn die eingegebene Zeitspanne ergebnislos verstrichen ist.

>30 sec.

Ein Produkt aus dem Hause t<rich> – Projektseite zur Novellierung des Zeitgesetzes

Dranmor Korrespondenz 4

Lieber Herr Abendschein,

Inzwischen ist auch eine wissenschaftliche Fassung (mit Fussnoten usw.) meines Dranmors-Aufsatzes erschienen, allerdings handelt der Aufsatz nicht nur von Dranmor. Der Aufsatz erschien in der Zeitschrift “Transit” der Univ. Berkeley, sie finden ihn unter:

“Wenn die Schweizer Heimat exotisch geworden ist. Das Thema der Heimkehr aus Brasilien bei deutschschweizerischen Autoren”, Transit, Univ. of California at Berkeley, Vol. 2: No. 1, Article 60402. (link)

Mit freundlichen Grüssen,

J. D.

PS Ich bin demnächst längere Zeit in der Schweiz, vielleicht könnten wir uns mal treffen, es würde mich freuen, mit Ihnen über Ihr Dranmor-Projekt zu reden.

Lieber Herr D.,

wenn das klappt, wäre das schön. Bin in nächster Zeit öfter mal auf Reisen, aber Sie können ja bei Gelegenheit einfach mal durchgeben, wann Sie vielleicht in Bern sind.

Bin übrigens dieses Jahr auch wieder hier dabei, lese diesmal aber nicht aus meinem Dranmor-Manuskript …

Herzlich

H.A.

4.3

im kleinen hotel // gegenüber hantieren die körper die / von uns gelösten die / vielfach von weinen und schnäpsen / geschüttelten glänzenden flächen des äusseren / inneren bis zur erschöpfung geschnauften / bewegens der hände und füsse und / stellen dazwischen in eckigen renkungen dünstend und / reibend die kissen und alles um uns / das heisst das was noch blieb / von gehäuteten körpern die / haut der geruch doch der geist oder / wie man den rest noch zu nennen beliebt blieb / klamm wartend da draussen im gang auf / dem flur in der tasche von ihr oder / mir nicht zwei geister ein einziger ist es / geworden beim werfen der endlosen sätze und blicke auf / das was uns beide seit heute / verbindet die nacht allerdings ohne / uns bis zum morgen alleine dort / draussen behaust bis ein früher gedanke an / gestern dich weckt und du morgens erwachst / neben mir vor dem fenster / gräbt einer ein sehr lautes loch //

STAFFELEI AUS BUCHSTABEN

im Gehen, im Wahrnehmen

der Fliegen auf den Schnauzen

der Jungstiere, im Glockenläuten,

im Da-bin-Ich der Kinderschuhsohlen,

die vornewegleuchten.

(Hans Eichhorn, Unterwegs zu glücklichen Schweinen, S.10, 2006)

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