taberna kritika

Ein Abend mit Gerhard Jaschke

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Ein Abend mit Gerhard Jaschke

Ob Collage, Anagramm, Lipogramm, konkrete Poesie oder Scherenschnitt: Die Arbeiten des Gerhard Jaschke sind vielseitig und wirken bis heute. Der Wiener Schriftsteller, der sich selbst im Post-Post-Fluxus verortet, ist zudem Verleger und Mitbegründer bzw. Herausgeber der Zeitschrift für Literatur und Kunst “Freibord” und Lehr- beauftragter an der Akademie der bildenden Künste in Wien.

Einführung: Hartmut Abendschein

Lesung: Gerhard Jaschke

Werkstattgespräch Gerhard Jaschke mit Franz Dodel

Ort: Stadt- und Universitätsbibliothek Bern

Zeit: Donnerstag, 18. Mai, 20 Uhr

Dranmor Korrespondenz 2

Lieber Herr D.

haben Sie recht herzlichen Dank für Ihren Hinweis. Gerade liegt mir Ihr Aufsatz vor und ich werde ihn recht bald lesen. (Wir haben “Orte” natürlich in der Bibliothek). Was mein Dranmor-Projekt angeht: es wuchert und wuchert und wuchert. Und ob da überhaupt noch “Dranmor” drüberstehen darf, ist eine andere Frage, da der Text immer selbstreflexiver wird. Wenn es Sie interessiert: hier ist ein kleiner Zwischenstand protokolliert:

http://www.abendschein.ch/more.php?id=211_0_1_0_C bzw. hier:

http://www.abendschein.ch/more.php?id=P683_0_1_0_C

Ansonsten halte ich Sie auf dem Laufenden, wenn etwas Neues passiert. Vielleicht könnten Sie mich auch informieren, wenn wieder etwas von Ihnen erscheint?

Herzlichen Dank

Hartmut Abendschein

Am 15.05.06 schrieb J. D. <...@netc.pt>:

– Zitierten Text ausblenden –

Lieber Herr Abendschein,

Wie steht es um Ihre Dranmor-Forschungen? Ich wollte Ihnen nur sagen, dass eine Kurzfassung meines Vortrags an der Universität Trier neulich in der Zeitschrift “Orte” erschienen ist, vielleicht interessieren Sie sich dafür.

Mit freundlichen Grüssen aus Portugal,

J. D.


Gattungsfragen (slm)

vollmundig wurde einmal verkündet, dass der bald sporadisch zu schreibende und einzustellende Text sie liest mich (als Kopfzeilentext zum Roman Dranmor) eine kleine Erzählung werde, die natürlich wichtige Motive des Romans aufgreife und sie aus einer anderen Perspektive durchspiele. Nachdem die ersten (inhaltlichen) Überlegungen zu den ersten slm-Teilen gemacht wurden, verwerfe ich wahrscheinlich diesen Ansatz. Da der Haupttext („Dranmor“) schon ein reiner Prosatext und der Fussnotentext („Überschreibungen“) in reflexiver, experimentellerer Prosa gehalten wurde, fand ich eine weitere Prosaform des Guten zu viel. Dort oben muss eine verdichtete Form stehen, einerseits, um eine gewisse Gattungsvielfalt zu gewährleisten (dies war auch immer Thema des Haupt- und des Fussnotentextes bzw. auch: das Überschreiten der Gattungsgrenzen), andererseits natürlich auch, um der Enge des Raumes gerecht zu werden. Die Idee war es dann, einen rein lyrischen Lauftext zu fabrizieren. Bei einem zur Verfügung stehenden Platz von ungefähr 3200-3500 Wörtern bin ich mir allerdings nicht sicher, ob das tragfähig wird. Ein erster Versuch mit einem Kompromiss wird gerade unternommen. Vielleicht ist es am Ende als epic poem in prose (dt.:?) zu bezeichnen …

Lesbarkeiten II (Entdinglichungen)

Den konkreten Dingen die Abstraktion abringen: Um sie gültig zu machen. Endgültig. Das gelingt bei Bildern (Abbildungen) durch die Verschiebung des Winkels (Perspektivierung) und der ungebührlichen Annäherung an das Objekt (LSKB, RDSR), bis der vermeintliche Nutzen (oder: Nutzwert) des Objekts abfällt und nur noch Form übrigbleibt. Wir nennen diesen Rest: die Sprache der Dinge. Vielleicht verhält es sich ähnlich mit dem Schreiben über das Schreiben (DTmF, Dm). Hierzu.